Erarbeitung von Nachfolgstrategien – Der Nachfolgeplan

Das Abenteuer Nachfolge: Prinzip Hoffnung oder doch lieber eine umsetzbare Nachfolgestrategie, bzw. einen Nachfolgeplan haben?

Eine Reise ohne Plan und Vorstellung vom Ziel ist eine Abenteuerreise. Was man dabei erlebt, ist daher nicht vorhersehbar. So ungefähr kann man sich das für eine Unternehmensnachfolge vorstellen. In der Regel sind die anstehenden, zu lösenden Aufgaben im Detail nicht bekannt. Auch die Risiken sind zu Beginn nicht sichtbar. Und Dauer und Ausgang des Vorhabens sind auch nicht vorher bestimmbar. Geht man eine Unternehmensnachfolge so an, ist die Möglichkeit zu Scheitern sehr wahrscheinlich. Zu dem kann es sehr kostspielig werden und die Existenz des Unternehmens gefährden. Übertrieben geschrieben? Nein, erlebte Praxis.


Über folgende Dinge sollte man sich vor einem Start seiner Unternehmensnachfolge umfassend Gedanken machen:

Mein Motto bei der Begleitung dieser Aufgabe: „Immer mit dem Blick auf das Ganze und der Konzentration auf das Detail!“

  1. Welche Ziele möchte man bis wann erreichen, private Ziele und Ziele das Unternehmen betreffend?
  2. Wer erbt was wann?
  3. Sind die Wünsche umsetzbar, privat und firmenseitig?
    Hinweis: Die Nachfolger sind oft 50 % der Lösung. Was diese nicht wollen, wird nicht eintreten.
  4. Welche Alternativen gibt es?
  5. Welche Folgen haben die Vorstellungen für die Beteiligten?
    Hinweis: rechtlich, steuerlich, finanziell, emotional, etc.
  6. Was genau soll übertragen werden und in welcher Form?
    Hinweis: Für Familien und nach extern gibt es mehrere Möglichkeiten.
  7. Welche Aufgaben müssen vor dem Beginn abschließend geklärt werden?
  8. Gibt es einen sinnvollen und umsetzbaren Notfallplan?
    Hinweis: Dazu zählen: Krankheit, Unfall und Tod?
  9. Welche Folgen haben plötzliche Geschäftsuntüchtigkeit und Tod?
  10. Welche zu lösende Aufgabe hat welche Priorität?
  11. Wie ist der Ablaufplan nach Start der Unternehmensnachfolge?
  12. Wer kann den Weg fachlich gut begleiten?

Probleme bei der Unternehmensnachfolge sind durch eine geeignete Nachfolgestrategie drastisch reduzierbar.

Grafik Quelle: DIHK Report 2019

Nahezu an jeder Stelle des Diagramms sieht man die Folgen mangelnder Vorbereitung auf eine Unternehmensnachfolge.

Ein Hinweis an dieser Stelle:

Eine Nachfolgestrategie (Nachfolgeplan) und einen Notfallplan zu haben, hat nichts mit dem Lebensalter zu tun!

Das Erstellen einer Nachfolgestrategie und der dazu gehörenden Notfallpläne ist nicht abhängig vom Lebensalter. Dies sollte jede unternehmerisch tätige Person, angepasst an die gerade herrschende Situation, vorliegen haben. Danach sollten ab und an die Nachfolgestrategien und Notfallpläne auf Aktualität geprüft werden. Und wenn dann erforderlich, sollten sie entsprechend angepasst werden. Ein Unfall und der Tod sind weder planbar, noch vorhersehbar. Beides kann man auch nicht abwählen. Sie treten mit all den Konsequenzen ein, die man vorab als Voraussetzung geschaffen hat.
Waren Sie auch in den Punkten professionell?